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Lausitzer Sterne

Förderrunde 3: 2017–2019 | Neulandgewinner der Länder, Sachsen 

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Wenn Manuela Thomas künftig öfter einmal nach den Sternen greift, dann wäre das nichts Ungewöhnliches. Die Sozialmanagerin aus der Nähe von Weißwasser hat nämlich Großes vor: Sie will das Engagement der Menschen im Nordosten Sachsens fördern mit einer neuen Art des Hilfssystems, in dem Sterne als eine Art Gutscheine leuchten.
Doch der Reihe nach: Seit Oktober 2011 verbindet die Soziales Netzwerk Lausitz gGmbH Hilfsbedürftige, sich gegenseitig zu unterstützen, aber auch Unternehmen und soziale Organisationen. Das Ziel: soziale Strukturen erhalten, nachhaltig ausbauen und schaffen. Oder wie Frau Thomas sagt: „Hilfebedürftige sollen andere Hilfebedürftige dabei unterstützen, Dinge selbst zu tun. Hilfegeber werden zu Hilfeempfängern und umgekehrt.“
Das neueste Projekt der Netzwerk-Geschäftsführerin bewegt sich ganz in diesem Sinne: die „Lausitzer Sterne“. Regionale Unternehmen und Vereine formulieren gemeinwesenorientierte „Sternewünsche“, die von engagierten Freiwilligen und Initiativen umgesetzt werden können. Als Anerkennung bekommen die Helfer einen „Lausitzer Stern“ verliehen. Diese Sterne werden auf einer Stempelkarte gesammelt und können dann im Rahmen von Sterne-Auktionen gegen Sach- und Dienstleistungen – so genannte Sternschnuppen – der beteiligten Unternehmen und Vereine eingelöst werden. Sternschnuppen könnten sein: Ein Verein stellt einen Raum für die Familienfeier zur Verfügung oder ein Unternehmen vergibt Gutscheine für seine Produkte. „Wir wollen so das Ehrenamt ent-monetarisieren“, sagt Manuela Thomas.
Das Ziel der Sterne-Idee ist klar: „Wir wollen die Kräfte in der Region bündeln und bedrohte soziale Strukturen erhalten, den Zusammenhalt fördern und damit die Verbundenheit mit der Region. So wird das Ehrenamt zu einem Haltefaktor für die Menschen.“ In Zukunft soll es sogar eine App geben, mit der jeder schnell und individualisiert einen Einblick in die Sternewünsche bekommt und Zugriff auf sein Sternekonto hat. Manuela Thomas: „Werden die Sterne nicht eingelöst oder engagiert man sich nicht mehr, verglühen die Sterne nach sechs Monaten. Ein wenig wie im wahren Leben.“

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